3D-Druck Glossar: Alle Fachbegriffe von A bis Z einfach erklärt

Was bedeutet Stringing, was ist ein Slicer und wozu braucht man Retraction? In diesem Glossar erklären wir dir 83 Begriffe aus dem 3D-Druck verständlich und kurz, mit Verweisen auf unsere Anleitungen, wenn du tiefer einsteigen willst.

Neu im 3D-Druck? Starte mit der Einführung: Was ist 3D-Druck?

Die zehn wichtigsten Begriffe für den Start

BegriffKurz erklärt
FDMDas gängigste Verfahren für zu Hause: Kunststofffaden wird geschmolzen und Schicht für Schicht abgelegt.
SLA / ResinVerfahren, bei dem Licht flüssiges Harz aushärtet. Sehr fein, aber aufwendiger.
SlicerSoftware, die das Modell in Schichten zerlegt und den G-Code erzeugt.
G-CodeDie Fahranweisungen, die der Drucker ausführt.
SchichthöheDicke einer einzelnen Schicht, bestimmt Detail und Druckzeit.
FüllgradWie dicht das Innere des Objekts gefüllt ist.
DüseDie Öffnung, aus der das geschmolzene Filament austritt.
BettnivellierungEinstellung des Abstands zwischen Düse und Druckbett.
FilamentDas Kunststoffmaterial, aus dem gedruckt wird.
SupportStützstrukturen für Überhänge, die du nach dem Druck entfernst.

Alle Begriffe von A bis Z

0–9

3D-Druck

Verfahren, bei dem ein Objekt nach digitalen Daten Schicht für Schicht aufgebaut wird (additive Fertigung). Eine Einführung findest du unter Was ist 3D-Druck?

3MF

Dateiformat für 3D-Modelle, das neben der Form auch Farben, Materialien und Druckeinstellungen speichern kann. Viele Slicer und Plattformen unterstützen es neben dem älteren STL-Format.

A

ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol)

Robustes, schlagfestes Thermoplast, hitzebeständig bis ca. 100 °C. Neigt zum Warping und benötigt ein beheiztes Druckbett sowie gute Belüftung. Bekannt aus Lego-Steinen. Mehr in ABS, ASA und PC.

Abrasive Filamente

Filamente mit Zusätzen wie Carbonfasern, Glasfasern oder Leuchtpigmenten, die die Düse schneller abnutzen. Für sie nutzt man oft eine gehärtete Stahldüse.

Additive Fertigung

Oberbegriff für alle 3D-Druck-Verfahren, bei denen ein Objekt schichtweise aus Material aufgebaut wird, im Gegensatz zu subtraktiven Verfahren wie Fräsen, bei denen Material entfernt wird.

AMS und Mehrfarbsystem

Zusatzgerät, das mehrere Filamentspulen verwaltet und Farben automatisch wechselt, zum Beispiel AMS bei Bambu Lab oder CFS bei Creality. Siehe Mehrfarbdruck erklärt.

ASA (Acrylnitril-Styrol-Acrylester)

Ähnlich wie ABS, aber UV-beständig und damit für Außenteile geeignet. Braucht einen geschlossenen Drucker und gute Belüftung.

Auto-Leveling (automatische Bettnivellierung)

Sensorgestützte, automatische Kalibrierung des Abstands zwischen Düse und Druckbett vor jedem Druck. Reduziert Fehlversuche für Einsteiger erheblich.

B

Bauraum (Build Volume)

Der maximale Druckbereich eines 3D-Druckers in X-, Y- und Z-Richtung, angegeben in mm (z. B. 220 × 220 × 250 mm). Bestimmt die maximale Objektgröße.

Bed Slinger (Bettschieber)

Bauart, bei der sich das Druckbett vor und zurück bewegt. Günstig und verbreitet, bei sehr hohen Geschwindigkeiten durch die bewegte Masse begrenzt. Das Gegenstück ist CoreXY.

Bettnivellierung (Bed Leveling)

Kalibrierung des Druckbetts, damit der Düsenabstand über die gesamte Fläche konstant bleibt. Entscheidend für die Haftung der ersten Schicht.

Bowden-Extruder

Bauweise, bei der der Extruder am Rahmen sitzt und das Filament durch einen PTFE-Schlauch zum Druckkopf schiebt. Der Druckkopf bleibt leicht, flexible Materialien sind aber schwieriger.

Bridging

Die Fähigkeit, horizontale Spannweiten zwischen zwei Stützpunkten ohne Support-Strukturen zu überbrücken. Abhängig von Kühlung und Druckgeschwindigkeit.

Brim

Eine dünne, flache Materialschicht rund um die erste Lage des Drucks, die die Haftung auf dem Druckbett verbessert und Warping reduziert.

C

CAD (Computer-Aided Design)

Software zum Entwerfen eigener 3D-Modelle, zum Beispiel Tinkercad, Fusion oder FreeCAD. Die Modelle werden als STL- oder 3MF-Datei gespeichert. Siehe Software im Überblick.

Carbonfaser-Filament (CF)

Filament mit Carbonfasern. Es ist steifer und druckt formstabiler, nutzt aber die Düse schneller ab (abrasiv).

Cold Pull

Methode zum Lösen einer verstopften Düse: Filament einschieben, die Düse abkühlen lassen und das Filament langsam herausziehen. Es nimmt den Pfropfen mit. Schritte in Häufige Probleme.

CoreXY

Eine Antriebskinematik, bei der sich der Druckkopf statt des Betts in X- und Y-Richtung bewegt. Ermöglicht höhere Druckgeschwindigkeiten bei stabilerer Mechanik als klassische Bed-Slinger.

D

Delamination

Schichten lösen sich voneinander oder reißen. Meist durch zu niedrige Temperatur oder zu starke Kühlung. Siehe Schichthaftung verbessern.

Direktantrieb (Direct Drive)

Extruder-Bauweise, bei der der Motor direkt über der Düse sitzt. Bietet bessere Kontrolle bei flexiblen Filamenten (TPU) als ein Bowden-System mit langem Schlauch.

Druckbett (Heizbett)

Die Fläche, auf der das Objekt entsteht. Meist beheizt, damit die erste Schicht gut haftet. Die Oberfläche ist oft eine PEI-Platte.

Druckgeschwindigkeit

Geschwindigkeit, mit der sich der Druckkopf bewegt, in mm/s. Hersteller werben bei modernen Geräten mit 500 mm/s und mehr. Im Alltag druckt man oft langsamer, weil sonst die Qualität leidet.

Düse (Nozzle)

Öffnung am Ende des Hotends, durch die geschmolzenes Filament extrudiert wird. Standarddurchmesser: 0,4 mm; kleinere Düsen für mehr Detail, größere für schnelleren Druck. Mehr in Ersatzteile für 3D-Drucker.

E

E-Steps

Kalibrierwert, der angibt, wie viele Motorschritte der Extruder für einen Millimeter Filament macht. Stimmt er nicht, kommt zu viel oder zu wenig Material heraus.

Elefantenfuß

Die untersten Schichten quellen nach außen und bilden eine Wulst am Fuß des Teils. Siehe Häufige Probleme.

Extruder

Mechanismus, der das Filament in Richtung Hotend transportiert. Unterschieden wird zwischen Direct-Drive- und Bowden-Extrudern.

F

FDM (Fused Deposition Modeling) / Schmelzschichtung

Das für Einsteiger gängigste 3D-Druck-Verfahren: geschmolzenes Kunststoff-Filament wird Schicht für Schicht extrudiert. Günstig, einfach zu bedienen, große Materialauswahl. Den Vergleich mit Resin findest du in FDM oder Resin im Detail.

FFF (Fused Filament Fabrication)

Neutraler Begriff für dasselbe Verfahren wie FDM. FDM ist ursprünglich ein geschützter Markenname.

Filament

Der Kunststoffdraht (meist 1,75 mm Durchmesser), der als Rohmaterial für FDM-Drucker dient, zum Beispiel PLA, ABS oder PETG. Kaufberatung: Filament kaufen.

Filamenttrockner

Gerät, das feuchtes Filament schonend erwärmt und trocknet. Hilft bei Blasen und Fäden, besonders bei PETG, Nylon und TPU.

Firmware

Die Steuersoftware im Drucker. Hersteller liefern Updates, die Fehler beheben oder Funktionen ergänzen. Manche Geräte erlauben alternative Firmware wie Klipper.

Fluss (Durchflussrate)

Prozentwert im Slicer, der die extrudierte Materialmenge anpasst. Bei Über- oder Unterextrusion wird er feinjustiert.

Füllgrad (Infill)

Prozentualer Anteil des mit Material gefüllten Objektinneren. Höherer Füllgrad = stabiler, aber mehr Material und Druckzeit. 15–20 % reichen für die meisten Anfängerprojekte.

G

G-Code

Die vom Slicer erzeugte Befehlssprache, die dem 3D-Drucker exakt sagt, wohin er sich bewegen und wann er Material extrudieren soll.

Gehäuse (Enclosure)

Geschlossener Bauraum. Er hält Wärme und Zugluft zurück und ist für ABS und ASA wichtig. Manche Geräte bringen ihn mit, andere lassen sich nachrüsten.

Ghosting (Ringing)

Wellenmuster, das hinter scharfen Kanten wie ein Echo sichtbar wird. Verursacht durch Vibrationen. Siehe Häufige Probleme.

H

High-Speed-PLA

PLA-Sorte für hohe Druckgeschwindigkeiten mit gleichmäßigem Schmelzfluss. Lohnt sich vor allem auf schnellen CoreXY-Druckern.

Hotend

Die beheizte Baugruppe rund um die Düse, die das Filament aufschmilzt. Erreicht je nach Material 190–300 °C.

I

Infill-Muster

Struktur der Füllung im Inneren, zum Beispiel Gitter, Wabe oder Gyroid. Sie beeinflusst Festigkeit, Gewicht und Druckzeit.

Input Shaping

Software-Funktion, die Vibrationen des Druckkopfs ausgleicht (Resonanzkompensation) und Ghosting bei hohen Geschwindigkeiten verringert.

Isopropanol (IPA)

Reinigungsmittel für Druckplatten (Fett entfernen) und bei Resin-Druckern zum Waschen der Teile. Gut belüften und Handschuhe tragen.

K

Kalibrierung

Einstellung von Drucker-Parametern (Bettnivellierung, E-Steps, Z-Offset) für optimale Druckergebnisse. Moderne Drucker übernehmen das größtenteils automatisch.

Kalibrierwürfel

Kleiner 20-mm-Würfel als erster Testdruck. Zeigt Maßgenauigkeit, Haftung und Betteinstellung. Siehe Vorbereitung und erster Druck.

Klipper

Alternative Drucker-Firmware, die Berechnungen auf einen externen Rechner auslagert und dadurch höhere Geschwindigkeiten und Präzision ermöglicht.

Kühlung (Bauteillüfter)

Lüfter, der frisch gedruckte Schichten kühlt. Wichtig für PLA und Überhänge, bei ABS und ASA wird er meist reduziert.

L

Layershift

Schichten verschieben sich seitlich, meist durch lockere Riemen oder Kollisionen des Druckkopfs. Siehe Häufige Probleme.

M

Maßhaltigkeit

Wie genau ein gedrucktes Teil den Sollmaßen entspricht. Beeinflusst von Kalibrierung, Schrumpfung des Materials und Temperatur.

Mehrfarbdruck

Drucken in mehreren Farben oder Materialien, entweder mit einem Mehrfarbsystem oder durch Filamentwechsel von Hand. Siehe Mehrfarbdruck erklärt.

MSLA

Variante des Resin-Drucks, bei der ein LCD-Bildschirm als Maske dient und eine ganze Schicht auf einmal belichtet wird. Verbreitet bei günstigen Resin-Druckern.

N

Nylon (PA)

Zähes, abriebfestes Filament für technische Teile. Sehr feuchtigkeitsempfindlich und anspruchsvoll beim Drucken.

O

OctoPrint

Open-Source-Software zum Fernsteuern und Überwachen eines Druckers, meist auf einem Raspberry Pi mit Kamera.

Overhang (Überhang)

Objektteile, die stark über darunterliegende Schichten hinausragen. Ab ca. 45° Neigung werden meist Stützstrukturen benötigt.

P

PC (Polycarbonat)

Sehr festes, hitzebeständiges Filament. Braucht hohe Düsentemperaturen und ein geschlossenes Gerät. Siehe ABS, ASA und PC.

PEI-Druckplatte

Federstahl- oder Aluminiumplatte mit PEI-Beschichtung für gute Haftung ohne zusätzliche Hilfsmittel. Nach dem Druck oft flexibel biegbar, um das Objekt zu lösen.

PETG

Filament, das die Stabilität von ABS mit der einfachen Verarbeitung von PLA verbindet. Gut für funktionale Teile, Bad und Garten und transparente Objekte geeignet.

PLA (Polylactid)

Das einsteigerfreundlichste Filament, hergestellt aus nachwachsenden Rohstoffen wie Maisstärke. Verzieht sich kaum, riecht kaum und druckt bei niedrigen Temperaturen (Bett etwa 50–65 °C).

PLA+

Marketingname für zähere PLA-Varianten mit Zusätzen. Keine feste Norm, die Eigenschaften unterscheiden sich je nach Hersteller.

PTFE-Schlauch

Teflonschlauch, der das Filament bei Bowden-Druckern zum Hotend führt. Er kann durch Hitze verformen und muss dann ersetzt werden.

R

Raft

Ein zusätzliches, druckbares Gitter unter dem eigentlichen Objekt zur Verbesserung der Haftung. Aufwendiger als ein Brim, aber effektiver bei stark warpenden Materialien.

Resin (UV-Harz)

Flüssiges, lichthärtendes Harz für SLA- und MSLA-Drucker. Erfordert Handschuhe, Belüftung sowie Waschen und Nachhärten. Siehe Resin vs. FDM.

Retraction

Kurzes Zurückziehen des Filaments vor Bewegungen ohne Extrusion, um Stringing (Fadenziehen) zu vermeiden.

S

Schichthöhe (Schichtdicke, Layer Height)

Höhe jeder gedruckten Schicht, üblich 0,1–0,3 mm. Kleinere Werte = mehr Detail und längere Druckzeit.

Silk-PLA

PLA mit glänzender, fast metallischer Oberfläche. Gut für Deko, weniger stabil als normales PLA.

SLA (Stereolithografie)

Resin-Verfahren, bei dem Licht flüssiges Harz Schicht für Schicht aushärtet. Sehr feine Details, glatte Oberflächen. Siehe FDM oder Resin im Detail.

Slicer

Software (z. B. Cura, PrusaSlicer, Bambu Studio), die ein 3D-Modell in druckbare Schichten zerlegt und daraus G-Code erzeugt. Vergleich: Slicer für Anfänger.

SLM (Selektives Laserschmelzen)

Industrielles Verfahren, bei dem ein Laser Metallpulver vollständig aufschmilzt. Siehe SLS vs. SLM.

SLS (Selektives Lasersintern)

Industrielles Verfahren, bei dem ein Laser Kunststoffpulver verschmilzt, meist Nylon. Siehe SLS vs. SLM.

Spaghetti

Gewirr aus Filament, das entsteht, wenn sich der Druck löst und der Drucker weiterarbeitet. Siehe Häufige Probleme.

STL-Datei

Das gängigste Dateiformat für 3D-Modelle, das nur die Oberflächengeometrie beschreibt, ohne Farbe oder Material. Alternative: 3MF.

Stringing (Fädenziehen)

Dünne Kunststofffäden zwischen Druckteilen, meist durch zu hohe Temperatur oder falsche Retraction-Einstellungen verursacht. Siehe Häufige Probleme.

Support-Strukturen

Temporäre, vom Slicer generierte Stützen für Überhänge, die nach dem Druck von Hand entfernt werden.

T

Temperaturturm

Testdruck mit Abschnitten bei verschiedenen Temperaturen, um die beste Düsentemperatur für ein Filament zu finden.

Thermal Runaway Protection

Sicherheitsfunktion, die das Heizen abschaltet, wenn die Temperatur nicht plausibel steigt oder fällt. Wichtig für den Brandschutz, siehe Aufstellort und Brandschutz.

TPU (Thermoplastisches Polyurethan)

Flexibles, gummiartiges Filament für Handyhüllen, Dichtungen oder Spielzeug. Druckt sich am besten mit einem Direct-Drive-Extruder.

U

Unter-/Überextrusion

Unterextrusion: zu wenig Material wird extrudiert, Löcher und Lücken entstehen. Überextrusion: zu viel Material, klumpige Oberfläche. Beides meist durch falsche Durchflussrate oder Kalibrierung. Siehe Häufige Probleme.

V

Vase-Modus (Spiralmodus)

Slicer-Funktion, die ein Objekt in einer einzigen durchgehenden Wand ohne Füllung druckt. Ideal für Vasen und einfache Töpfchen.

W

Wandstärke (Perimeter)

Anzahl und Breite der Außenlinien eines Drucks. Sie beeinflusst die Festigkeit oft stärker als der Füllgrad.

Warping (Verzug)

Verziehen der Druckecken durch ungleichmäßiges Abkühlen, besonders bei ABS. Gegenmittel: höhere Betttemperatur, Brim/Raft, zugluftfreie Umgebung. Siehe Häufige Probleme.

Wischturm (Prime Tower)

Zusatzstruktur beim Mehrfarbdruck, an der die Düse beim Farbwechsel spült. Er erzeugt Abfall, siehe Filament recyceln.

Z

Z-Achse

Die vertikale Achse, entlang derer sich Druckkopf oder Druckbett zwischen den Schichten bewegen.

Z-Banding

Gleichmäßige horizontale Streifen an den Seitenwänden, oft durch ungenaue Bewegung der Z-Achse oder schwankende Temperatur.

Z-Offset

Feinjustierung des Abstands zwischen Düse und Druckbett für die erste Schicht. Zu niedrig führt zu Kratzern, zu hoch zu schlechter Haftung.

Begriff nicht gefunden? Schau in unseren Grundlagen-Guide oder in die Einführung. Dort erklären wir die wichtigsten Konzepte im Zusammenhang. Fehler oder Vorschläge? Schreib uns über das Impressum.

Weiterführend